Zähneputzen in der KITA – Ich wäre dafür

Machen wir uns nichts vor. Zähneputzen ist Elternaufgabe. Ein Dreijähriger kann mit der Zahnbürste den Mundraum durchpflügen, ein sauberes Putzergebnis wird er nicht erzeugen. Dazu sind die Eltern da. Nachputzen nennen wir das vor dem heimischen Spiegel. Noch vor weniger als einem Jahr löste das Zähneputzen, machmal seine bloße Ankündigung, großen Protest aus. Heute steht Sohnemann freiwillig vor dem Spiegel und putzt, fordert nach einiger Zeit „Nachputzen“. Mit einem gewissen Stolz nenne ich das Erziehungserfolg und klopfe uns auf die Schulter. Umso unvorbereiteter traf mich die Frage eines Bekannten: Wie ist das eigentlich mit Zähneputzen in der KITA, findet das bei euch statt? Nein, findet es nicht. Und traurigerweise muss ich gestehen, dass ich auch noch nicht darüber nachgedacht habe. Aber das kann ich ja nachholen. 

Zähneputzen in der KITA – Sinnvoll?

Ist das Zähneputzen in der KITA überhaupt sinnvoll? Immerhin wird dort mindestens dreimal am Tag gegessen. Es gibt ein gemeinsames Frühstück gegen 10 Uhr, um halb eins steht das Mittagessen auf dem Tisch. Nach einem Mittagsschlaf für die, die noch schlafen wollen, folgt das, was die Erzieher einen „Nachmittags-Snack“ nennen. Wenn ich mich an die Aussagen der Zahnärzte richtig erinnere, der Zähneputzen nach jedem Essen fordert, hieße das bei elf Gruppenkindern 33 Zahnputzvorgänge. Unterstellt man zwei Minuten pro Zähneputzen, kommt man auf eine geschlagene gute Stunde Zahnbürste-Schwingen. Sinn macht das Rechenbeispiel nur bedingt, denn es geht natürlich an der Realität vorbei. Kein Kind hat Lust auf dreimal Zähneputzen in der KITA, plus zweimal zuhause.

Aber ernsthaft: Nach dem Mittagessen könnten doch alle Kinder zum gemeinsamen Zähneputzen ins Badezimmer aufbrechen, oder etwa nicht? Immerhin wäre damit die zahnärztliche Forderung nach dreimaligem Zähneputzen am Tag erfüllt. Die Hauptmahlzeiten wären abgedeckt. Und selbst wenn das Zähneputzen in der KITA nur dazu dient, das heimische Zahnputz-Ritual zu erweitern, sehe ich darin einen Gewinn. Es mag der Effekt für die Zähne Richtung Null tendieren, der Effekt für den Kopf könnte enorm sein. Und weniger Effekt als gar nicht zu putzen wird es wohl nicht haben.

Zähne sind überall Thema

Immerhin beschäftigen wir uns ja auch mit dem Zähneputzen abseits des Bads. Unserem Spiel-Krokodil behandeln wir regelmäßig die Zähne, und Leo Lausemaus, der sich nicht die Zähne putzen will, steht als Gute-Nacht-Geschichte hoch im Kurs. Der Zahnarzt besucht einmal im Jahr den Kindergarten, um grobe Versäumnisse der Eltern zu korrigieren oder immerhin darauf aufmerksam zu machen. Und einem weiteren Krokodil wird einmal im Jahr in der KITA ebenfalls die Zähne geputzt. Zahnbürsten sind als präsent, auch in der KITA. Eigentlich verwunderlich, dass Zähneputzen in der KITA als täglicher Bestandteil bisher nicht Thema war, auch nicht in zwischenelterlichen Gesprächen.

Ich bin überzeugt, dass ich nicht der erste Vater bin, der sich darüber Gedanken macht, auch nicht in unserer KITA. Ein wenig Internetrecherche brachte mich zu einem Vaterblog, der als Leiter einer KITA sogar entsetzt ist, dass andere KITAs das Zähneputzen einstellen. Ehrlich, ich kann dem eigentlich nur zustimmen. Das Argument, ein Zahnbürsten-Wechsel-Dich wäre unhygienisch, müsste zu einem Zwangsverbot für Schnuller und Trinkflaschen führen. Absurd also. Umso unverständlicher ist es mir eigentlich, dass ich bisher nicht auf das Thema gekommen bin, denn wir nehmen die Zahnhygiene wirklich ernst. Und ich habe sogar im Büro eine Zahnbürste samt Becher in der Schublade, ich die regelmäßig nutze.

So geht es weiter

Versäumnisse zu erkennen, ist der erste Schritt zur Besserung der Situation. Insofern muss das Thema „Zähneputzen in der KITA“ auf die Tagesordnung der nächsten bald anstehenden Elterntreffen. Auf die Reaktionen bin ich gespannt, vonseiten der Eltern, aber auch der KITA. Alles ist möglich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.