Puky Kettcar ausgegraben – 30 Jahre zurück!

Puky Kettcar von 1980

Ich kann mich noch genau erinnern, es war Weihnachten 1980 oder 1981. Mit Jahreszahlen hatte ich es damals nicht so genau. Doch der Augenblick, als ich meinen Puky Kettcar das erste Mal sah, direkt unter dem Weihnachtsbaum meiner Großeltern, hat sich in mein Gehirn gebrannt. Ich habe viele Erinnerungen, aber diese ist die erste, die das Gefühl „Überwältigung“ mit sich brachte. Ich konnte es kaum glauben, mein eigenes Auto, ein Puky Kettcar, überhaupt ein Kettcar, markenaffin war ich damals nicht. 

In den Jahren danach musste das gute Gefährt ganz schön leiden. Die Bremse ist eine einfache Stange, die beim Zug auf die Hinterreifen drückt. Zwar hatte Puky dem Kettcar bereits einen Freilauf verpasst, Rückwärtsfahren geht aber dennoch. Und nimmt man rückwärts ordentlich Anlauf und zieht dann die Bremse, heben die Vorderräder ab, und zwar nicht zu knapp. Sicherheit Anfang der 80er Jahre. Überlebt haben wir dennoch.

Mit einem kleinen Abstecher über meine Nichten, die dem Teil nicht viel abgewinnen konnten, hat das Puky Kettcar (heißt es eigentlich „der“ Puky Kettcar oder „das“ Puky Kettcar?) die letzten 30 Jahre auf dem Speicher meiner Eltern verbracht. Jetzt ist er wieder befreit, geputzt und eingestellt, und wurde direkt in Beschlag genommen. Bis auf die Lenkung, die irgendwie einen leichten Schlag bekommen zu haben scheint, ist das Kettcar noch vollkommen intakt, auch der Rost, den ich dennoch mal angehen werde, hält sich in vertretbaren Grenzen. Die Bereifung wurde einmal neu gemacht, das Lenkrad auch. Seitdem stand er und darf nun der zweiten Generation ein erstes Mobilitätsgefühl geben.

Schade, dass Puky selbst keine Ersatzteile mehr liefern kann. Doch dank eines handwerklichen Grundverständnisses, eines funktionierenden 3D-Druckers und der Bereitschaft, hier Zeit zu investieren, werde ich die Lenkung wohl wieder hinbekommen. Zumindest werde ich alles daransetzen. Dann kommt noch ein grelles, blinkendes Rücklicht und Sohnemann, dessen Beine leider noch einige Zentimeter für die Pedale des Puky Kettcars zu kurz sind, wird im Sommer über Kölner Bürgersteige und Spielplatz-Freiflächen heizen können.

Kommt da das Kind in mir wieder hoch? Ich glaube, jeder sollte merken, dass das der Fall ist. Absolut, ich würde mich am liebsten selbst hinters Steuer setzen. Neben der Erinnerung an das Geschenk habe ich auch ein ganzes Bündel von Erinnerungen an Situationen mit dem Puky Kettcar, dem ich seltsamerweise nie einen Namen gegeben habe. Aber das mache ich mich Autos auch nicht. Es ist aber gut möglich, dass das der Grund war, warum ich mir vor einigen Jahren einen Sinclair C5 zugelegt habe. Man stelle ich vor, Sohnemann und ich im Puky Kettcar und Sinclair nebeneinander her. Vielleicht muss ich mir dann sogar irgendwann einmal eine Träne verdrücken.

 

1 Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.