Bobby Train von BIG – Vor- und Nachteile

ICE Bobby Train

Das gute Bobby Car ist wohl so ziemllich in jedem zweiten Kleinkindzimmer zu finden. Rot, auf schwarzen Rädern und mit weißem Lenkrad steht es bereit, die erste Affinität der Kleinen für Autos zu wecken. Sogar im Indoorspielplatz rabatzz in Hamburg waren Bobby Cars das bevorzugte Fortbewegungsmittel. Eine gewisse Ermüdung in Anbetracht der Massen an Bobby Cars kann ich nicht leugnen. Beim Kinderarzt im Wartezimmer sah ich dann eine Alternative und schlug bei ebay Kleinanzeigen zu: Den ICE Bobby Train vom Hersteller BIG mit der weniger spannenden Typennummer 1346, dafür aber im ICE Design der Deutschen Bahn. 

Der Bobby Train hat kein Lenkrad und ist eine Ecke größer als das klassische Bobby Car. Dafür kann der Sitz hochgeklappt werden, darunter befindet sich ein Fach zum Verstauen von Bauklötzen, Spielzeug und viel Kram, den man verzweifelt suchen kann, bis er rein zufällig beim Spielen wieder auftaucht. Er fährt auf vier kleinen Rollen, die idealerweise etwas weich und dafür gut für Laminat geeignet sind. Ob es für den Bobby Train auch harte Rollen für Fliesen gibt, kann ich leider nicht sagen, auf rauem Untergrund dürften sich die vorhandenen Rollen schnell abnutzen. Seine Größe und sein Gewicht sind die größten Nachteile des Bobby Train. Wenn man keine „Garage“ bzw. einen festen Platz für den langen Zug hat, steht er schnell immer im Weg herum. Das Gewicht ist beachtlich für ein Kinder-Rutschauto-Ersatz, auch wenn das wahre Verhältnis von ICE-Lok zu Auto sicherlich nicht erreicht wird.

Ebenfalls vorsichtig beim Bobby Train müssen Eltern mit dem Fach sein, das sich unter dem klappbaren Sitz verbirgt. Zwar sind solche Fächer für Kinder immer toll und werden gerne genutzt, aber durch die Länge des Sitzes entwickelt der eine ganz schön große Wucht, wenn er herunterfällt. Ob Kinderfinger das unbeschadet überstehen würden, will ich nicht unterschreiben. Außerdem bekommen Kinder, wenn sie sich zu weit vorbeugen, den Sitz des Bobby Train auch gerne umgeklappt und machen dann eine unfreiwillige Rolle nach vorne über die Front des Zuges. Alles in allem ist das Fach, so schön es für Kinder auch ist, der größte Schwachpunkt am Bobby Train.

Doch nach vielen negativen Seiten sollen die positiven Aspekte des Bobby Train auch nicht unerwähnt bleiben, im Gegenteil. Witzigerweise sind diese Vorzüge manchmal deckungsgleicht mit den Unterschieden zwischen Zug und Auto im großen Stil. Der Zug gleitet im Betrieb auf Laminat flüsterleise durch die Wohnung. Wo ein Bobby Car einen Höllenlärm machen kann, ist der Zug eher ein ruhiger Geselle, unabhängig von der Geschwindigkeit. Gelenkt wird er mit Gewichtsverlagerung, die Kleinen haben das praktisch im Handumdrehen raus und navigieren sicher um jedes Hindernis. Zwar bleibt bei unserem Kleinen der Umgang mit dem Lenkrad auf der Strecke, aber das holen wir mit dem Kettcar jetzt nach. Der Wendekreis des Zuges ist zum Niederknien, er kann praktisch wie ein Kettenfahrzeug auf der Stelle drehen. Das macht ihn, trotz seiner Größe, auch für enge Passagen ohne Wendemöglichkeit perfekt handhabbar.

Gefühlt ist der Bobby Train außerdem stabiler als seine Car-Vertreter. Vielleicht ist bei der begrenzten Auflage das Material nicht so entscheidend und die Wandstärken sind einfach dicker. Auf jeden Fall hat der Zug trotz vieler Crashes noch keinen Schaden genommen, bis auf eine Ausnahme. Die schwarze Klappe, die das Fenster des Fahrerstands repräsentiert, ist normalerweise klappbar und verbirgt einen Abschlepphaken. Die Klappe habe ich kaputt bekommen, noch nicht mal Sohnemann. Man kann sie einfach abschrauben, dann prangert dort natürlich ein Loch. Ich habe die Klappe durch einen massiven Block aus Pappmasche ersetzt, die ich bei der Kofferraum-Reserverad-Aktion ohnehin angerührt hatte. Ein wenig Farbe und die Klappe ist nun dauerhaft zu, dafür aber wieder schwarz.

Der Bobby Train wird aktuell nicht verkauft und ist nur gebraucht zu bekommen. Ob sich die Anschaffung lohnt – die Preise sind recht hoch – muss jeder für sich selbst entscheiden, aber ich würde wieder zuschlagen. Durch seine Stabilität ist aber zu erwarten, dass selbst weiterer Nachwuchs keinen neuen Bobby Train bräuchte.

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